Tanzender Brückenschlag für Winterthur

Martin Joos
06. Oktober 2026

Nach 3,5 Jahren ist es endlich soweit. Die neue Leonie-Moser-Brücke wurde eigeweiht und verbindet das Winterthurer Neuhegi- und Grüze-Quartier. Martin Joos, der Stadtingenieur des Tiefbauamtes Winterthur, organisierte den zweiwöchigen Eröffnungsevent in der Nachbarschaft von KELLER Pressure. Gemeinsam blicken wir auf ein berauschendes Fest und eine imposante Bauphase zurück.

 

Ein Event das Winterthur zusammenbringt

Am ersten Einweihungstag, dem Publikumstag am 5. September 2026, sorgten ideales Wetter und ein breit gefächertes Programm dafür, dass rund 5’000 Besuchende den Weg auf die Leonie-Moser-Brücke fanden. Familien nutzten die Gelegenheit für einen Ausflug, Freunde trafen sich auf der neuen Brücke, und Fachleute informierten sich über die Entwicklungspläne der Stadt. Dazwischen sorgten überraschende Flashmobs des Balletts Zürich für besondere Momente. Zu Fuss, mit Kinderwagen, Velo oder Trottinett konnte man erstmals die Brücke erkunden. Wer etwas Glück oder genug Geduld hatte, fand einen Platz im neuen Stadtbus Grüze und konnte damit über die Brücke ins Quartier fahren.

 

An zahlreichen Ständen erhielten die Besuchenden spannende Einblicke in den Bau der neuen Brücke. Im Innovationslabor konnten sie zudem mehr über die Stadtentwicklung in Winterthur erfahren. Dort testen das Tiefbauamt zusammen mit Industrie und Forschung, zukunftsweisende Technologien und neue Anwendungen im Tief- und Hochbau. KELLER Pressure ist seit 2024 ein wichtiger Industriepartner für diese Entwicklungen und ein fixer Bestandteil des Innovationslabors. KELLER Pressure hat dort eine Regenmessstelle mit Drucksensoren installiert, die den kontinuierlichen Niederschlag misst und dokumentiert. Am Publikumstag konnte die Bevölkerung von den beiden KELLER Pressure Entwicklungsingenieuren, Sebastian Mojado und Christian Gysel, mehr über diese Zusammenarbeit und die neusten Anwendungen in der Sensortechnologie erfahren.

Wer war Leonie Moser?

Leonie Moser war eine Pionierin in der Röntgentechnologie und eine langjährige Mitarbeiterin im Kantonsspital Winterthur. Ursprünglich Glarnerin hat sie einen Grossteil ihres Lebens in Winterthur verbracht und starb 1959 an Leukämie. Sie wurde als letzte Schweizerin in das Ehrenbuch der an den Folgen der Röntgenstrahlen verstorbenen Medizinalpersonen eingetragen. Die Stadt Winterthur ehrt Ihre Leistung und ihr Lebenswerk indem sie ihr diese Brücke widmet.

Ein Projekt für die Zukunft und die Bevölkerung

Der Bau einer Brücke ist wie die Spitze des Eisbergs – lange bevor man baut und etwas sichtbar wird, müssen Richtpläne geschrieben sowie Planungen ausgelöst werden. Dieser Prozess begann bereits 1995 und entwickelte sich dynamisch bis zum Baubeginn im Januar 2023.

Die Eröffnung der Leonie-Moser-Brücke ist ein erster Meilenstein in der Entwicklung des überregionalen Zentrumsgebiets Neuhegi-Grüze. Die Verbindung des städtischen Busnetzes mit dem SBB-Netz bildet die Basis für eine nachhaltige Zukunft des Gebiets, sowohl für die Bevölkerung als auch für Gewerbe und Industrie. Die Quartiere Neuhegi und Grüze profitieren mit stark verbesserten Verbindungen im öffentlichen Verkehr. Zusätzlich kann der Hauptbahnhof entlastet und für zukünftige Kapazitätserweiterungen freigespielt werden.

Mittelfristig wird auch das Sportzentrum Deutweg mit einer Busverbindung direkt an den Mobilitätshub Grüze angeschlossen. Die Brücke dient neben dem Busbetrieb auch den Velofahrer:innen und Fussgänger:innen für kürzere und schnellere Verbindungen.

Winterthur wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter wachsen. Bis 2040 rechnet die Stadt mit rund 135'000 Einwohnern und über 30'000 zusätzlichen Arbeitsplätzen gegenüber heute. Die sogenannten Schwerpunktgebiete wie etwa Grüze wachsen dabei überproportional im Vergleich zum übrigen Stadtgebiet. Aus diesem Grund wird in den kommenden Jahren das Gebiet um den Bahnhof Grüze baulich signifikante Veränderungen erfahren. Das Gebiet bietet ein grosses Potential für Verdichtung, Ansiedlung von Gewerbe und zusätzlichen Wohnraum. Dies ist im städtischen Richtplan fest verankert und erste Bauprojekte sind bereits in Planung. Der Neubau des Diamant-Gebäudes von KELLER Pressure bildet ein erstes Puzzleteil dieser Neugestaltung und lässt erahnen, wohin die Entwicklung gehen könnte.

 

KELLER Pressure im Dialog mit der Bevölkerung

Mit einem Stand beim Innovationslabor in Katharinas Garten war auch KELLER Pressure am Eröffnungsfest vertreten. Die beiden Ingenieure Sebastian Mojado und Christian Gysel gaben Einblicke in das Unternehmen, seine Technologien und die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten.

Ein wichtiger Grund für die Teilnahme war der Neubau «Diamant», der von der Leonie-Moser-Brücke gut sichtbar ist. Mit dem neuen Gebäude wird KELLER Pressure noch präsenter in der Nachbarschaft. Der Anlass bot deshalb eine gute Gelegenheit, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und über die Pläne am Standort zu informieren.

Der Wettbewerb am Stand war ein beliebter Anziehungspunkt und führte zu vielen persönlichen Begegnungen. Neben Fachgesprächen mit Ingenieuren beantworteten die beiden Entwickler auch Fragen aus der Nachbarschaft: Wann erfolgt der Umzug in den «Diamant»? Und vor allem: «Was macht eigentlich die Firma KELLER Pressure genau?». Viele Gäste waren überrascht, dass rund 450 Mitarbeitende am Hauptsitz in Winterthur hochpräzise Druckmesstechnik für den weltweiten Markt entwickeln und eben auch produzieren.

 

Sebastian, rechts im Bild: «KELLER Pressure ist vielen als Hauptsponsor des FC Winterthur bekannt. Dass das Unternehmen zugleich einer der grössten industriellen Arbeitgeber Winterthurs ist, war für zahlreiche Besuchende neu.»

 

Auch Kinder und Eltern informierten sich über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten sowie für den Zukunftstag bei KELLER Pressure. Christian Gysel, ein Ausbildner der Elektroniker-Lernenden, konnte ihre Fragen direkt beantworten:

 

Christian, links im Bild: «Das Interesse an technischen Berufen war sehr erfreulich. Solche Begegnungen zeigen jungen Menschen, wie vielseitig und zukunftsorientiert eine Ausbildung in der Elektronik ist.»

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